Italienisches Gericht genehmigt erneut die Auslieferung eines Ukrainers im Nord-Stream-Fall
Ein italienisches Gericht hat am Montag erneut die Auslieferung des ukrainischen Staatsbürgers Serhij Kuznezow nach Deutschland genehmigt. Die deutschen Behörden verdächtigen ihn der Beteiligung an den Anschlägen auf die Nord-Stream-Gaspipelines in der Ostsee im Jahr 2022. Dies teilte sein Anwalt Nicola Canestrini mit.
Kuznezow plant, erneut Berufung gegen die Entscheidung einzulegen. Das Gericht in Bologna hatte seine Auslieferung bereits im September genehmigt, doch sein Verteidigungsteam legte beim Kassationsgericht Berufung ein. Der Oberste Gerichtshof setzte die Entscheidung wegen Verfahrensfehlern aus und verwies den Fall zurück an das Gericht in Bologna.
Die Polizei nahm den 49-jährigen Kuznezow am 21. August in einem Ferienhaus nahe Rimini auf Grundlage eines europäischen Haftbefehls fest. Die deutsche Staatsanwaltschaft verfolgt ihn wegen des Verdachts auf Explosion und Sabotage.
Nach den Ermittlungen gehörte er zu einer Gruppe, die im September 2022 Sprengsätze an den Nord-Stream-1- und Nord-Stream-2-Pipelines nahe der dänischen Insel Bornholm angebracht haben soll. Ermittler behaupten, dass Kuznezow die Gruppe koordiniert habe.
Laut Der Spiegel ist Kuznezow ein ehemaliger Agent des ukrainischen Geheimdienstes SBU. Die italienischen Behörden prüfen zudem seine mögliche Beteiligung an Anschlägen im Mittelmeerraum.
Die deutsche Staatsanwaltschaft fordert auch die Auslieferung eines weiteren Ukrainers, Wolodymyr Schurawljow, der jedoch von den polnischen Behörden auf freiem Fuß gelassen wurde.
(reuters, sie)