|   2025-10-24 08:30:00

Deutsche Polizei stürmt Wohnung des Publizisten Bolz wegen Tweets über die Woke-Bewegung

Ein ironischer Beitrag in den sozialen Medien führte zu einer Razzia im Haus des deutschen Publizisten Norbert Bolz und löste sofort eine Welle der Kritik aus. In einem Post auf X verwendete Bolz den Satz „Deutschland, erwache“ – historisch mit der NS-Propaganda verbunden –, betonte jedoch, dass es sich um eine satirische Reaktion auf eine Überschrift der linksgerichteten, „woken“ Zeitung handelte.

Sein ursprünglicher Beitrag lautete: „Gute Übersetzung des Wortes ‚woke‘: Deutschland, erwache!“. Laut dem deutschen Portal Bild kam der Polizeieinsatz auch für Politiker überraschend, die Bolz’ Ansichten normalerweise ablehnen.

Mehrere Politiker, darunter Ricarda Lang von den Grünen und der ehemalige Justizminister Marco Buschmann (FDP), bezeichneten die Razzia als absurd und juristisch nicht haltbar. Der ehemalige Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki (FDP) sprach von einem staatlichen Überschreiten der Grenzen der Meinungsfreiheit.

Kritiker des Einsatzes betonen, dass Bolz’ Aussage klar satirisch, nicht ideologisch gemeint gewesen sei, und warnen, dass der Staat mit solchen Maßnahmen das Vertrauen der Öffentlichkeit gefährde und ein Klima der Einschüchterung schaffe.

Der Deutsche Journalistenverband räumt zwar die Sensibilität des Slogans ein, verweist jedoch auf die in Deutschland geltende Freiheit der Satire – sofern diese eindeutig erkennbar ist. Die Hausdurchsuchung wird als unverhältnismäßig bewertet.

(lup)