Die Zahl der Totgeburten in den USA steigt, laut Wissenschaftlern sind die meisten davon vermeidbar
Eine neue Studie, die in der medizinischen Fachzeitschrift JAMA veröffentlicht wurde, zeigt, dass Totgeburten in den USA häufiger vorkommen als offizielle Daten vermuten lassen.
Forscher aus Harvard und dem Massachusetts General Hospital analysierten mehr als 2,7 Millionen Schwangerschaften zwischen 2016 und 2022 und stellten fest, dass auf 150 Schwangerschaften ein totgeborenes Kind kommt. Dies ist eine erhebliche Abweichung von der offiziellen Schätzung des Centers for Disease Control and Prevention (1 von 175).
Noch höher ist die Zahl in einkommensschwachen Gemeinden (1 von 112) und in der schwarzen Bevölkerung (1 von 95). Bis zu 70 Prozent der schwangeren Frauen hatten mindestens einen vermeidbaren Risikofaktor, wie chronische Hypertonie, Diabetes, Adipositas oder Drogenkonsum.
Ein erheblicher Teil der Fälle trat jedoch ohne bekannte Risikofaktoren auf, insbesondere in fortgeschrittenen Stadien der Schwangerschaft. Wissenschaftler kritisieren, dass klinische Leitlinien soziodemografische Faktoren wie Armut oder die ethnische Zusammensetzung einer Region nicht berücksichtigen.
Ihrer Meinung nach könnten viele Totgeburten potenziell verhindert werden, und in den USA wäre es möglich, die Totgeburtenrate zu senken, jedoch nicht ohne Forschung und angemessene Ressourcen.
(reuters, max)