London und Brüssel verhandeln über einen „Stahlclub“ – Grund dafür sind Zölle und die Vorherrschaft Chinas
Das Vereinigte Königreich versucht, eine westliche Stahlallianz mit der Europäischen Union zu bilden, möglicherweise auch unter Einbeziehung Washingtons, um auf die wachsende Dominanz Chinas auf dem Weltstahlmarkt zu reagieren.
Laut mehreren Quellen des Portals Politico hofft London, dass ein gemeinsamer Ansatz es ihm ermöglichen wird, den geplanten 50-prozentigen Zoll der Union zu umgehen, der die europäische Industrie vor chinesischer Überproduktion schützen soll.
Ziel ist es, die Handelspolitik zu harmonisieren und sich gegenseitig Präferenzbedingungen zu gewähren. Angesichts der Tatsache, dass die Hälfte der britischen Stahlexporte in die Europäische Union geht, stellen die neuen Zölle eine ernsthafte Bedrohung dar. Brüssel hat zwar Verständnis für die britischen Bedenken geäußert, aber gleichzeitig die Notwendigkeit betont, die eigene Industrie zu schützen.
Vertreter beider Seiten arbeiten bereits im Bereich der Kohlenstoffsteuern zusammen und nehmen an multilateralen Foren teil, in denen sie sich mit der Frage der Überkapazitäten befassen. Die Idee eines gemeinsamen „Stahlclubs“ ist laut Diplomaten nicht neu, sondern erlebt lediglich eine intensivere Wiederbelebung.
Der amerikanische Handelsbeauftragte Jamieson Greer erklärte, dass die derzeitigen Handelsregeln unwirksam seien und eine stärkere Koordinierung zwischen den westlichen Demokratien erforderlich sei.
(max)