In Rio häufen sich die Leichen – Razzia gegen Gang fordert bereits 132 Todesopfer

Die tödlichste Polizeieinsätze in der Geschichte Brasiliens hat laut neuesten Angaben bereits 132 Menschenleben gefordert. Die Behörden in Rio de Janeiro teilten mit, dass die Zahl der Toten dramatisch gestiegen sei, nachdem Bewohner des Stadtteils Penha selbst Dutzende Leichen aus einem Waldgebiet geborgen hatten.

Ursprünglich hatten die örtlichen Behörden nur 64 Todesopfer, darunter vier Polizisten, bestätigt.

Die Operation richtete sich gegen die Drogenbande Comando Vermelho und fand eine Woche vor dem Klimagipfel COP30 statt.

Gouverneur Claudio Castro erklärte, die meisten der Getöteten seien Kriminelle gewesen. Viele Angehörige berichten jedoch von vermissten Familienmitgliedern und sprechen von übermäßiger Gewaltanwendung.

Die Vereinten Nationen kritisierten den Einsatz als Teil eines breiteren Trends tödlicher Polizeirazzien in armen Gemeinschaften. Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hat sich bislang nicht öffentlich zu der Situation geäußert.

Der Justizminister erklärte, dass die Bundesbehörden an der Operation nicht beteiligt gewesen seien.

(reuters, lup)